Was macht eigentlich die Feuerwehr, wenn es nicht brennt? Haben Feuerwehrleute auch mal Angst? Und warum ist es so wichtig, dass man Einsatzkräften mit Respekt begegnet? Diese und viele weitere Fragen durften wir beim Projekttag „Respekt für Retter“ an der Grundschule Herzhorn beantworten, gemeinsam mit der Rettungshundestaffel des BRH Holstein.
Eine Einladung, die wir gerne angenommen haben
Am 9. Oktober 2026 waren wir zu Gast in der Grundschule Herzhorn. Im Rahmen der Aktion „Respekt für Retter“ hatte die Schule Einsatzkräfte eingeladen, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Für uns war sofort klar: Da sind wir dabei. Denn kaum etwas ist wertvoller, als schon den Jüngsten zu zeigen, wer eigentlich hinter der Uniform steckt. Nämlich Nachbarn, Eltern, Freunde und Bekannte aus dem eigenen Dorf, die in ihrer Freizeit für andere da sind.
Mit dabei war auch die Rettungshundestaffel des BRH Holstein. Gemeinsam haben wir uns den Fragen der Kinder gestellt, und davon gab es reichlich.
Fragen über Fragen
Die Kinder waren bestens vorbereitet und hatten sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Natürlich ging es zunächst um die Feuerwehr selbst: Wie schnell sind wir nach einem Alarm am Gerätehaus? Wie schwer ist so eine Schutzausrüstung? Was passiert, wenn der Melder mitten in der Nacht geht? Und bekommen wir eigentlich Geld dafür?
Gerade die letzte Frage sorgte bei vielen für erstaunte Gesichter. Dass wir als Freiwillige Feuerwehr ehrenamtlich arbeiten, also neben Beruf, Familie und Alltag, war nicht allen Kindern bewusst. Wir haben erzählt, wie so ein Alltag aussieht: Wer tagsüber im Büro, in der Werkstatt oder auf dem Hof arbeitet, lässt bei einem Alarm alles stehen und liegen. Abends und am Wochenende üben wir regelmäßig, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Und wir haben erklärt, dass die Feuerwehr weit mehr macht als Brände löschen. Wir helfen bei Unfällen, bei Unwettern, wenn Bäume auf die Straße stürzen oder Keller vollgelaufen sind, und manchmal auch, wenn ein Tier in Not ist.
Das Herzstück des Tages: Respekt
Neben all den Fragen rund um Technik und Einsätze ging es an diesem Tag vor allem um ein Thema: Respekt.
Leider erleben Einsatzkräfte in ganz Deutschland immer häufiger, dass sie bei ihrer Arbeit behindert, beleidigt oder sogar angegriffen werden. Rettungsgassen werden nicht gebildet, Schaulustige filmen Unfallstellen, statt Platz zu machen, und manchmal richtet sich der Frust von Menschen ausgerechnet gegen diejenigen, die gekommen sind, um zu helfen.
Mit den Kindern haben wir darüber gesprochen, was Respekt eigentlich bedeutet. Es geht nicht darum, Feuerwehrleute oder Rettungskräfte als Helden zu feiern, sondern darum, ihnen ihre Arbeit zu ermöglichen. Respekt heißt zum Beispiel:
- Platz zu machen, wenn ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn kommt,
- Absperrungen ernst zu nehmen und nicht neugierig näherzukommen,
- Einsatzstellen nicht zu fotografieren oder zu filmen, denn dort sind Menschen in Not,
- und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen, auch wenn man den Grund vielleicht nicht sofort versteht.
Besonders schön war, wie schnell die Kinder selbst den Bogen geschlagen haben: Respekt gilt nicht nur gegenüber Rettern. Er beginnt auf dem Schulhof, im Klassenzimmer und zu Hause, im Umgang miteinander, mit Lehrkräften, mit Eltern und mit allen, die einem helfen. Genau diese Botschaft ist uns wichtig. Wer schon als Kind lernt, andere zu achten, wird später auch als Erwachsener nicht zur Seite treten, wenn jemand Hilfe braucht, sondern vielleicht selbst mit anpacken.
Raus auf den Hof: Fahrzeuge zum Anfassen
Nach so viel Gesprächsstoff ging es nach draußen, und dort warteten unsere Fahrzeuge. Für viele Kinder war das natürlich ein Höhepunkt. Wir haben gezeigt, was alles in so einem Feuerwehrauto steckt: Schläuche, Strahlrohre, Atemschutzgeräte, Werkzeug für die technische Hilfeleistung und vieles mehr. Jede Klappe wurde geöffnet, jedes Gerät bestaunt, und die eine oder andere Frage kam noch einmal ganz neu auf, als die Kinder die Ausrüstung direkt vor sich sahen.
Einmal im Fahrzeug Platz nehmen, die Ausrüstung aus der Nähe ansehen und verstehen, wofür das alles gebraucht wird: Das macht die Arbeit der Feuerwehr greifbar. Und vielleicht hat der eine oder die andere an diesem Tag schon den ersten Gedanken an die Kinder- oder Jugendfeuerwehr gefasst.
Die Rettungshundestaffel zeigt, was sie kann
Ein ganz besonderes Erlebnis war die Vorführung der Rettungshundestaffel des BRH Holstein. Die Hundeführerinnen und Hundeführer haben gezeigt, wie eine Suche nach einer vermissten Person ablaufen kann. Dafür versteckte sich eine Person, und der Hund machte sich mit beeindruckender Konzentration und Ausdauer auf die Suche, bis er sie gefunden und angezeigt hatte.
Die Kinder verfolgten das Ganze mit großer Spannung. Dabei wurde auch deutlich, wie viel Arbeit hinter so einem Einsatzteam steckt. Die Ausbildung eines Rettungshundes dauert lange, und auch die Hundeführer investieren unzählige Stunden ihrer Freizeit in Training und Prüfungen. Genau wie bei uns geschieht das ehrenamtlich, und genau wie bei uns verdient diese Arbeit Respekt.

Ein Tag, der auch uns Spaß gemacht hat
Für uns war dieser Projekttag eine echte Bereicherung. Die Neugier, die Offenheit und die klugen Fragen der Kinder haben uns beeindruckt. Und es tut gut zu spüren, dass unser Einsatz wahrgenommen und wertgeschätzt wird, gerade von denen, die in einigen Jahren vielleicht selbst einmal in unseren Reihen stehen.
Unser herzlicher Dank gilt der Grundschule Herzhorn für die Einladung und die tolle Organisation, allen Lehrkräften für die Vorbereitung mit den Kindern, der Rettungshundestaffel des BRH Holstein für die großartige Zusammenarbeit und die eindrucksvolle Vorführung und natürlich allen Schülerinnen und Schülern, die uns mit so viel Begeisterung begegnet sind.
Respekt für Retter fängt bei jedem Einzelnen an. Danke, dass ihr das an diesem Tag so wunderbar gezeigt habt!